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Die Veranstaltung liegt in der Vergangenheit und kann nicht mehr besucht werden.
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  • Oper + Publikumsgespräch
  • Selbstbestimmung
  • Kinderwunsch
  • Familie
  • Sa., 15.06.2024, 20:00
–> Neuköllner Oper
Neukölln

Publikumsgespräch zu 'Frau ohne Schatten': Musiktheater Vernetzt 'Ich sitze nur hier und komponiere'

Regisseurin Ulrike Schwab und Team hinterfragen das Glücksversprechen von Mutterschaft und der heilen Kernfamilie und denken damit die Idee des originalen Happy Ends von Hofmannsthal und Strauss gänzlich neu.

  • 1Foto© Thomas Koy. Grafik © Katja Schlecht. Die Regie von Ulrike Schwab erzählt die Geschichte dreier Paare, die mutig und widerständig für ihre Idee vom Glück kämpfen.

Er ist einer der meistgespielten Komponisten, im Konzert wie im Opernbereich. Zugleich ist Richard Strauss‘ Nähe zum NS-Regime unbestritten. Wie können wir mit diesem Erbe umgehen? Darüber sprechen wir mit dem Gründer der Neuköllner Oper Winfried Radeke und dem Journalist Benno Schirmeister. Tobias Schwenke, Künstlerischer Leiter von 'Frau ohne Schatten' und die Sopranistin Josefine Göhmann sorgen für musikalische Kommentare und diskutieren ebenso mit uns die schwierige Rezeption eines opportunistischen Komponisten.

Tickets: 22-27 €

Karten-Telefon: 030/ 68 89 07 77
Karten-Online: Karten online bestellen
Karten per E-Mail: tickets(at)neukoellneroper.de
wann:
  • Sa., 15.06.2024, 20:00
wo: Neuköllner Oper , Karl-Marx-Str. 131-133, Neukölln, 12043 Berlin (Auf Stadtplan zeigen.)

Über den Veranstaltungsort

Neuköllner Oper

Die Neuköllner Oper hat sich als viertes und kleinstes Opernhaus Berlins für zeitgenössisches Musiktheater etabliert. Hier entstehen Werke für ein Musiktheater, das stets innovativ auf aktuelle und gesellschaftliche Prozesse reagiert. Berlins produktivstes Musiktheater ist im ehemaligen „Gesellschaftshaus” von Rixdorf in der heutigen "Passage" beheimatet. Das Haus steht für ein undogmatisches Musiktheater aller und zwischen allen Sparten, im Miteinander von E und U, von Oper bis Musical. Die 10-12 Produktionen ziehen ein breites Publikum aller Alterstufen und jenseits modischer Nischen an. Ihre Themen finden die mit dem Haus verbundenen Künstler buchstäblich vor der Tür – Geschichten, die aktuell, sozial relevant sind und sich mit den Mitteln des Musiktheaters erzählen lassen.

www.neukoellneroper.de

Über das Stück

Frau ohne Schatten

In der Oper von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal wird die mystische Märchenwelt der Gestaltwandler und Geisterwesen gegen die Welt der Menschen gesetzt. Wirft die feenhafte Kaiserin keinen Schatten, verwandelt sich ihr menschlicher Ehemann zu Stein. So macht sich die Kaiserin mit ihrer Amme auf den Weg zur Erde, denn nur dort kann sie einen Schatten bekommen und endlich ein Kind in sich tragen. Der Plan: den Schatten und die ungeborenen Kinder der Färberin abzukaufen, die sich längst von ihrem Kinderwunsch verabschiedet hat. Was sich hier entspinnt, ist das Drama um existentielle Beziehungsfragen ungeachtet der Herkunft: Liebe, Hass, Eifersucht und Träume, die mal gelebt und mal begraben werden müssen. Im Zentrum stehen dabei Fragen rund um die Elternschaft, für die es Mut braucht. Welche Wunden schlägt der Schmerz des unerfüllten Kinderwunsches in eine Partnerschaft? Wie wirkt es sich auf Beziehungen aus, wenn sich einer bewusst gegen Kinder entscheidet und dem Partner damit ein tiefes Bedürfnis verwehrt? Was geschieht, wenn Frauen die Entscheidung über die Mutterschaft vom Staat, von der Gesellschaft oder vom eigenen Körper abgenommen wird? Welche Auswirkungen hat es, wenn die Entscheidung, niemals Mutter zu werden, nicht einfach akzeptiert werden kann?

Über die Mitwirkenden

Winfried Radeke

Winfried Radeke ist Komponist, Kapellmeister und Regisseur. Von 1977 an leitete er für viele Jahre das Collegium Musicum der Berliner Universitäten sowie von 1991-2004 die Chorwerkstatt Berlin. 1977 gründete er die Neuköllner Oper external link, deren Direktorium er als künstlerischer Leiter 30 Jahre angehörte. Seine Fassung von Viktor Ullmanns Oper „Der Kaiser von Atlantis“ (1989) gab den Anstoß zur Gründung des Vereins musica reanimata, in dessen Vorstand er tätig ist. Winfried Radeke schrieb u.a. 16 Opern, drei Oratorien, eine Symphonie, Chormusik und viele Lieder und Kinderlieder, zu denen er auch die Texte verfasste, ferner zahlreiche Bearbeitungen. Als Regisseur war er mit drei Produktionen am Opernhaus Halle tätig. Ausgezeichnet wurde er u.a. mit dem Deutschen Kritikerpreis sowie dem Bundesverdienstkreuz. Seit 2006 setzt er sich verstärkt bei den Gesprächskonzerten von musica reanimata ein.